(Version Aug. 2025)
1. Allgemeines
Das Jack and Jill Salsa ist eine Turnierform, bei der die Tanzenden in jeder Runde neu zugelost werden. Es spielt keine Rolle, wie fortgeschritten die tänzerischen Fähigkeiten sind. Der Fokus liegt nicht auf individueller Technik, sondern darauf, wie gut die Partner miteinander tanzen und harmonieren.
Jede Person kann teilnehmen, ohne Vorkenntnisse im Turniertanz.
2. Paarzuteilung
Es wird grundsätzlich von Leader und Follower gesprochen.
- Leader kann eine Frau oder ein Mann sein
- Follower kann eine Frau oder ein Mann sein
Die Tanzenden stehen an der Tanzfläche bereit. Die Zuteilung erfolgt durch den Veranstalter.
Variante 1 – Standard-Zuteilung
- Frauen stehen auf einer Linie nach Startnummern-Reihenfolge
- Männer stehen gegenüber auf einer Linie nach Startnummern-Reihenfolge
- Es wird ohne Übersichtsrunde getanzt
- Die Tanzenden tanzen mit dem direkt zugeteilten Partner
Die Tanzenden werden in Gruppen eingeteilt: – Pro Gruppe 4 bis maximal 12 Paare – Die Gruppengrösse wird abhängig von der Grösse der Tanzfläche festgelegt
Beispiel: – Gruppe 1 – Gruppe 2 – Gruppe 3 – Gruppe 4
Variante 2 – Neu-Zulosung pro Runde
- Die Paare werden in jeder Runde neu zugelost
- Tanzende, die bereits miteinander getanzt haben, dürfen nicht erneut miteinander tanzen
- Sollte keine neue Zuteilung mehr möglich sein, entscheidet das Los oder die bestehende Zuteilung bleibt bestehen
3. Salsa – Charakteristik und Bewegungen
Es sind alle vier Hauptstile erlaubt: – Cuban Style – Puerto Rico / New York Style (Street Mambo) – L.A. Style – Columbian (Cali) Style
Die Schritte bestehen aus einem dreistufigen Bewegungsmuster sowie einer Hebe- bzw. Kippbewegung der Hüfte auf Zählzeit 4 ohne Gewichtsverlagerung. Der 4. Schlag ist eine Hüftaktion (Heben oder Senken), gezählt als „und 4“, und keine Gewichtsübertragung auf der Stelle.
Der Grundschritt basiert auf einem zweifachen Dreischrittmuster über 8 Zählzeiten (quick, quick, slow – quick, quick, slow). Das Brechen auf 1/3 oder 2/4 ist erlaubt, muss jedoch konsequent beibehalten werden.
Salsa ist ein populärer Clubtanz mit grosser Interpretationsfreiheit. Die Interaktion soll heiss, würzig und dynamisch sein, mit typischen Hand- und Armbewegungen sowie wechselnden Handfassungen.
4. Kleidung, Startnummer, Requisiten
- Es darf Strassentanzbekleidung getragen werden; spezielle Turnierkleidung ist nicht erforderlich
- Die Startnummer muss gut sichtbar auf dem Rücken befestigt sein (Leader und Follower)
- In Ausnahmefällen darf die Startnummer am Bein getragen werden; dies bedarf der Genehmigung durch den Turnierverantwortlichen
- Requisiten sind nicht erlaubt
5. Figuren
- Schwierige Figuren sind nicht erforderlich
- Es genügt, einfach und harmonisch in Tanzhaltung zu tanzen
- Der Tanz muss überwiegend in Tanzhaltung erfolgen
- Einhand- oder Doppelhandhaltung gilt ebenfalls als Tanzhaltung
Beispiele erlaubter Figuren: – Platzwechsel – Drehungen – Wickelfiguren
Nicht erlaubt sind: – Akrobatische oder halbakrobatische Figuren – Hebefiguren (Lifts) – Überschläge – Bodenfiguren (z. B. Bodenwischer) – Schleuder- oder Wurffiguren
Erlaubt: – Maximal 2 Drops (Fallfiguren), jeweils im Slow- und im Quick-Teil
6. Runden
a. Allgemein
Die Paarkonstellationen werden durch den Veranstalter zugelost. Pro Runde wird 2- bis maximal 4-mal getanzt, jeweils 60 bis 90 Sekunden, wobei sich die Paarkonstellation in jeder Runde ändert.
b. Rundenstruktur
Vorrunden: – 1. Vorrunde – gleicher Musikstil – 2. Vorrunde – anderer Musikstil – 3. Vorrunde – anderer Musikstil – 4. Vorrunde
Jeweils: – Gruppe 1 – Gruppe 2 – Gruppe 3 – Gruppe 4
Hoffnungsrunden (optional): – 1. Hoffnungsrunde – 2. Hoffnungsrunde
Zwischenrunden: – 1. Zwischenrunde – 2. Zwischenrunde – 3. Zwischenrunde – 4. Zwischenrunde
Halbfinale: – 1. Halbfinale – 2. Halbfinale – 3. Halbfinale – 4. Halbfinale
Finale: – 1. Final – 2. Final – 3. Final – 4. Final
Übersichtsrunden können bei ausreichender Zeit und in Ausnahmefällen eingefügt werden.
7. Bewertungskriterien
a. Paarharmonie / Gesamteindruck
- Paarharmonie ist das wichtigste Kriterium
- Der stärkere Tänzer passt sich dem Partner an und übertanzt ihn nicht
- Beziehung und Spiel zwischen Leader und Follower sowie Interaktion mit dem Publikum
- Ausdruck von Freude, Emotion und Musikalität
b. Musikalische Umsetzung
- Takt- und Rhythmusgefühl
- Betonung der Höhen und Tiefen der Musik
c. Technische Ausführung
- Drehachsen
- Führungsimpulse
- Körperspannung
- Übergänge und Richtungswechsel
- Raumaufteilung
- Nutzung verschiedener Bewegungsebenen (Kopf, Hals, Brust, Hüfte, Knie)
d. Schwierigkeitsgrad
- Mehrfachfiguren innerhalb eines Grundrhythmus
- Kombination mehrerer Ebenen
- Statische oder fliessende Ausführung
Der Schwierigkeitsgrad wird nur bei Punktgleichheit berücksichtigt.
8. Wertungssystem
- In Vor-, Hoffnungs- und Zwischenrunden erfolgt die Wertung über Kreuze
- In der Endrunde erfolgt die Wertung über Platzierungen
- Die Auswertung erfolgt nach dem Skating-System oder Punktesystem
- Ab dem Halbfinale werden Punkte, Kreuze oder Plätze vergeben
Die Wertung beginnt mit dem ersten Ton der Musik.
Pro Slow- und Quickrunde tanzen: – mindestens 3 Paare – maximal 6 Paare
Die Slow- und Quickrunde ergeben zusammen eine Wertung.
9. Musik / Musiklänge
- Tempo: ca. 48–52 BPM
- Musiklänge pro Runde: 60–90 Sekunden
Wenn der Supervisor die Paarzuteilung vornimmt: – 1. Tanzrunde: 90 Sekunden – anschliessend Rotation – weitere Tanzrunden: 60–90 Sekunden
Bei Unklarheiten ist das originale Reglement der IDO massgebend.


