(Version Aug. 2025)
Definition
West Coast Swing ist ein Gesellschaftstanz und gehört zur Familie der Swing-Tänze. Der Tanz wird als sogenannter Slot-Dance getanzt, bei dem sich die Folgende vor- und rückwärts auf einer geraden Linie bewegt, während der Führende sich seitlich von dieser Linie weg- und wieder hinbewegt.
Kategorie
- Couples
Altersklassen
(Die Altersspanne wird durch folgende Formel definiert: Veranstaltungsjahr – Alter = erlaubtes Geburtsjahr)
- Children: 12 Jahre und jünger
- Junior 1 (Couples): 13–14 Jahre
- Junior 2 (Couples): 15–16 Jahre
- Adult 1: 17 Jahre und älter
- Adult 2: 31 Jahre und älter
- Senior: 50 Jahre und älter
Die Regel der 3-Jahres-Spanne ist anwendbar, ausgenommen für Adult 2 und Senioren.
Anzahl der Tänzer
- Couples: 2
Musik
- Alle Runden ausser West Coast Swing Solo Show Finale: Musik des Veranstalters
- Finalrunde West Coast Swing Solo Show: Musik nach Wahl der Tänzer
Tempo
- Fast Dance: 26–31 Takte pro Minute (104–124 BPM)
- Slow Dance: 22–25 Takte pro Minute (88–100 BPM)
- West Coast Swing Solo Show: freies Tempo
Dauer der Darbietung / Zeitlimits
- Couples: In allen Runden ausser dem Finale der West Coast Swing Solo Show 1:30 Minuten, bis zum Ende der musikalischen Phrase
- West Coast Swing Solo Show (Finale): 2:00–2:15 Minuten
Charakteristik und Bewegungen
West Coast Swing ist ein Tanz mit starkem Fokus auf Improvisation und musikalische Interpretation. Offensichtliche Choreografien sollen vermieden werden.
Typisch für West Coast Swing ist, dass Figuren meist mit einem Anchor Step enden und nicht mit einem Coaster Step. Die Folgende soll sich am Ende einer Figur nicht eigenständig nach vorne bewegen, sondern wartet auf die Führung.
Je nach Stil können viele Drehungen oder vermehrte Fussarbeit eingesetzt werden. Synkopen sind häufig. Der Führende bleibt überwiegend auf einer Position, während sich die Folgende innerhalb des Slots bewegt. Entsprechend liegt der visuelle Schwerpunkt auf den Bewegungen der Folgenden.
West Coast Swing entwickelte sich aus dem Lindy Hop und ist ein lebendiger Tanz, der sich stetig weiterentwickelt. Er passt sich den Musikstilen verschiedener Jahrzehnte an und integriert Elemente aus Disco, Hustle, Hip-Hop und Jazz. Getanzt werden kann zu einem grossen Teil der modernen Radiomusik.
Grundfiguren beginnen mit zwei Gehschritten, gefolgt von zwei Triple Steps (oder einer Variation aus Triple Step, zwei Gehschritten und erneutem Triple Step in 8-Zählzeiten). Der zweite Triple Step wird in der Regel auf der Stelle getanzt (Anchor Step) und dient dazu, die körperliche Spannung zwischen den Partnern wiederherzustellen.
Haltung (Hold)
Erlaubt. Der Hauptteil der Darbietung soll im Hold getanzt werden.
Hebefiguren (Lifts)
Nicht erlaubt.
Ausnahme: Im Finale der Solo-Performance in den Kategorien Adult und Junior erlaubt.
Hebefiguren sind Bewegungen oder Figuren, bei denen beide Füsse eines Tänzers den Boden verlassen und diese Bewegung mit physischer Unterstützung eines anderen Tänzers ausgeführt wird.
Hebefiguren sind in allen Kinderklassen verboten.
Ausnahme: Sprünge im Einhand-Hold gelten nicht als Lift.
Akrobatische Bewegungen
Nicht erlaubt.
In den Kinderklassen sind Akrobatiken erlaubt, wenn ein Körperteil den Boden berührt. Akrobatiken dürfen nicht dominieren und müssen ohne physische Unterstützung eines anderen Tänzers ausgeführt werden.
Akrobatik umfasst Bewegungen, bei denen sich der Körper um die Sagittal- oder Frontalachse dreht, z. B. Saltos oder Handräder.
Akrobatische Bewegungen verbessern die Wertung nicht zwingend und können sich negativ auf die Punktzahl auswirken, wenn sie technisch nicht korrekt ausgeführt werden.
Szenische oder Bühnenrequisiten
Nicht erlaubt.
Kleidungsstücke wie Hüte, Mäntel, Jacken, Pullover oder Schals dürfen verwendet werden, sofern sie Teil des Kostüms bleiben und während der gesamten Darbietung mitgeführt werden. Diese Kleidungsstücke dürfen gewendet, in den Händen gehalten oder zwischen den Partnern getauscht werden, dürfen jedoch nicht abgelegt oder weggeworfen werden.
Handrequisiten
Nicht erlaubt (z. B. Stöcke, Regenschirme, Luftballons, Skateboards, Taschen, Headsets, Masken, Sonnenbrillen/Image-Brillen und andere nicht zur Kleidung gehörende Gegenstände).
Bodenrequisiten
Nicht erlaubt. Requisiten, Flüssigkeiten, Schuhe, Kostüme oder andere Substanzen, die die Tanzfläche oder Bühne verschmutzen, beschädigen oder unsicher machen könnten, dürfen in keiner Disziplin verwendet werden.
Die Verwendung solcher Gegenstände wird mit einer Verwarnung und/oder direkter Disqualifikation geahndet.
Elektrische Geräte (z. B. persönliche Lichteffekte oder Musikgeräte) sind erlaubt, müssen jedoch batteriebetrieben sein.
Brillen und Hörgeräte
Wenn ein Tänzer aus medizinischen Gründen eine Brille tragen muss, wird empfohlen, diese mit einem elastischen Band am oder um den Kopf zu sichern. Hörgeräte müssen ordnungsgemäss befestigt sein.
Ablauf des Wettbewerbs
Qualifikationsrunden: – Die Paare qualifizieren sich durch Fast West Coast Swing und Slow West Coast Swing für die nächste Runde. – Es wird das Cross-System angewendet. Die Gesamtanzahl der Kreuze aus Fast und Slow bestimmt die Qualifikation.
Eröffnungsrunde: – Präsentationstanz: 1 Minute Fast West Coast Swing (bei vielen Startmeldungen Aufteilung in Gruppen möglich)
Vorrunden: – Maximal 6 Paare pro Heat – Fast West Coast Swing: 1:30 Minuten je Heat – Slow West Coast Swing: 1:30 Minuten je Heat
Die Wertungsrichter markieren die qualifizierten Paare für Fast und Slow getrennt.
In allen weiteren Qualifikationsrunden, einschliesslich Halbfinale, gibt es keinen Präsentationstanz zu Beginn der Runde.
Finalrunde: – Fast West Coast Swing: 1:30 Minuten (alle Paare gemeinsam) – Slow West Coast Swing: 1:30 Minuten (alle Paare gemeinsam) – West Coast Swing Solo Show: jedes Paar einzeln 2:00–2:15 Minuten
Bei einem Direktfinale wird zu Beginn zusätzlich ein 1-minütiger Präsentationstanz Fast West Coast Swing getanzt.
Nach Abschluss der ersten beiden Tänze ist eine Pause von mindestens 5 Minuten vor Beginn der West Coast Swing Solo Show obligatorisch.
Die Wertungsrichter platzieren die Paare für jeden Tanz separat. Die Gesamtplatzierung wird nach dem Skating-System über alle drei Tänze ermittelt.
Teilnehmer, die ohne triftigen Grund nicht gemäss Startreihenfolge erscheinen, werden durch den Vorsitzenden der Wertungsrichter disqualifiziert.
Platzierung
Gemäss IDO-Regeln.
Bei Unklarheiten ist das originale Reglement der IDO massgebend.


